Zurück zur Startseite
zurück zur Startseite Forum-Ergotherapie.deforum-logopaedie.deForum-Pflegefamilie.deShop

































     REZENSIONEN
       zurück

Aphasie - wenn Sprache zerbricht
Forum Logopädie


'Dieses Buch richtet sich an Angehörige von Aphasiepatienten, aber auch an das behandelnde Fachpersonal. Erika Pullwitts Mann erlitt eine globale Aphasie. Die Autorin schildert vor allem ihre eigenen Erfahrungen, stellt aber auch andere Betroffene vor. Sie schreibt einfach und verständlich, wiederholt sich allerdings oft. Es gelingt ihr gut, ihre belastete Situation zu vermitteln und Angehörigen Mut zu machen, sich nicht für ihren Partner aufzuopfern und sich Freiräume zu schaffen, um neue Energie für den kräftezehrenden Alltag zu tanken.

Beratungsgespräche, psychologische Begleitung und Selbsthilfegruppen hält die Autorin für sehr wichtig, da die Traumabewältigung und Pflege des Partners alleine kaum zu schaffen sei. Sie fordert, dass die Medien Aphasien in unserer Gesellschaft bekannter machen, damit Aphasiepatienten nicht mehr als Betrunkene abgestempelt werden, die Menschen weniger Berührungsängste zeigen und sich besser in die schwierige Lebensveränderung hineinversetzen können.

Diese Meinung teile ich auch. Schlaganfälle und Aphasien nehmen in unserer Gesellschaft immer mehr zu und dennoch wissen die Wenigsten darüber Bescheid. Erika Pullwitt fordert von den Ärzten, Therapeuten und dem Pflegepersonal, dass sie den Angehörigen einfühlsam, helfend und beratend zur Seite stehen, auch in psychologischer Hinsicht. Dies wäre wünschenswert, lässt sich in unserem Gesundheitssystem aber nur schwer umsetzen, da Zeit Mangelware geworden ist. Doch die Traumabewältigung sollte bei der Behandlung von Aphasiepatienten auf jeden Fall einen größeren Stellenwert bekommen.

Der Neurolinguist und Aphasiologe Dr. Andreas Winnecken hat eine kleine Schule der Aphasiologie für Angehörige hinzugefügt. Als Angehöriger würde ich mir diesen Teil prägnanter wünschen. Die ersten wichtigen Fragen, die sich nach einer Aphasie stellen, sollten sofort beantwortet werden und nicht zwischen den Zeilen gesucht werden müssen. Ich empfehle dieses Buch allen, die mit Aphasien zu tun haben. Dann kann man sich das schwere Ausmaß einer Aphasie für die gesamte Familie und deren Alltag wesentlich besser vorstellen und wird den Angehörigen mehr Respekt entgegenbringen, sie mehr in die Behandlung einbeziehen und versuchen, sie gut zu beraten.'

Erschienen in "Forum Logopädie" Ausgabe 2/2013, Rezensentin: Verena Dold, Schramberg-Sulgen



Vom: 15.02.2013

Zum Seitenanfang

©  2017 by Schulz-Kirchner Verlag  |  Impressum  |  info@schulz-kirchner.de
bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster@schulz-kirchner.de