Zurück zur Startseite
zurück zur Startseite Forum-Ergotherapie.deforum-logopaedie.deForum-Pflegefamilie.deShop

































     REZENSIONEN
       zurück

Aphasie - wenn Sprache zerbricht
aphasie suisse


'Aphasie ist eine fundamentale Veränderung. Sie verändert alles: den Lebensstatus, Lebensplanungen, Wertesysteme und Prioritäten - überhaupt die Sicht auf das Leben. Der Satz «Danach ist alles anders!» ist furchtbar banal, es gibt aber keinen besseren. Jedoch können diese «Banalität» nur «Innenstehende» wirklich ermessen. Aussenstehende vermögen letztlich kaum etwas damit anzufangen, weil sie sich die Veränderungen nicht vorstellen können. Wie auch, wenn sie über die verheerenden Folgen von Aphasie nichts wissen!

Anliegen der Autoren ist es deshalb, die wichtigsten Probleme aphasie-bestimmter Lebenssituationen anzusprechen, um zu zeigen, wie Aphasie in das Leben aller Betroffenen eingreift und es verändert. Sie möchten die Probleme aufzeigen, damit sich Aussenstehende/Fachkräfte hineindenken können - und sie möchten vor allem Mitbetroffenen Mut machen, sich zu informieren, Kontakte mit anderen Mitbetroffenen zu suchen und Aussenstehenden gegenüber selbstbewusst auf die stressfördernden Schwierigkeiten der gestörten Kommunikation hinzuweisen, die im Aphasie-Alltag an der Tagesordnung sind.

Rezension erschienen im Infobrief "Junger Mensch und Schlaganfall", Ausgabe 4/2012

Erika Pullwitt und Andreas Winnecken haben einen hervorragenden und sehr empfehlenswerten Ratgeber über Aphasie geschrieben. Das Besondere daran ist: Es werden weniger die Behandlungsmethoden aufgezeigt, sondern die Perspektive der Angehörigen, also der Mitbetroffenen, ausführlich beleuchtet. Das Buch erklärt in sehr gut ver-ständlicherWeise auch die verschiedenen Formen der Aphasie. Nichts wird ausgelassen: Wie wirkt Aphasie im Alltag, wie verhält es sich mit Sprache und Denken, wie wirkt sich Aphasie auf die Beziehungen der Betroffenen und Mitbetroffenen aus und wo und wie bekommen Betroffene und Angehörige Unterstützung? Aussenstehende - und dazu gehören im Fall von Aphasie auch oft Fachkräfte - können sich nicht vorstellen, was es bedeutet, mit einem Aphasiekranken zu leben - Erika Pullwitt und Andreas Winnecken schaffen Abhilfe. Wer dieses Buch gelesen hat, kann sich gut in die Situation und das Befinden von Aphasikern hineindenken. Dabei helfen auch praktische Fallbeispiele. Hilfreiche Adressen und eine umfangreiche Literaturliste runden das Buch ab.

Die studierte Pädagogin Erika Pullwitt schreibt aus eigener Erfahrung, denn ihr Mann leidet seit 1989 an globaler Aphasie. Dr. Andreas Winnecken ist Aphasieloge und Neurolinguist und seit über 25 Jahren in der Neurologischen Rehabilitation tätig. Er beschäftigt sich unter anderem mit Konzeption und Aufbau von Spezialstationen für Menschen mit Aphasie.

Fazit: Das Buch bietet einen äusserst kompetenten Überblick über alle Aspekte der Aphasie und ist absolut empfehlenswert!'

Erschienen in "aphasie suisse" Ausgabe 1/2013



Vom: 15.03.2013

Zum Seitenanfang

©  2017 by Schulz-Kirchner Verlag  |  Impressum  |  info@schulz-kirchner.de
bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster@schulz-kirchner.de